Was ist der Unterschied zwischen Zeittausch und Zeitvorsorge?

 

Zeittausch impliziert, dass das 'Geben und Nehmen' jedes Mitglieds eines Zeittauschnetzes innerhalb einer gewissen Bandbreite ausgeglichen gestaltet sein soll. Die notwendige Voraussetzung, Alltagshilfe geldlos bzw. gegen eine entsprechende Stundenbelastung in Anspruch nehmen zu können ist daher, selbst andere Mitglieder des Tauschnetzes mit seinen Talenten und Fähigkeiten zeitnah zu unterstützen. Dementsprechend darf sich das persönliche Zeitkonto eines Mitgliedes eines Zeittauschnetzes in der Regel nur in einem relativ eng definierten Rahmen (z.B. zwischen 30 Stunden im Plus und 20 Stunden im Minus) befinden. So war das früher auch bei give&get.

Zeitvorsorge (man nennt sie auch die geldlose 4. Säule) funktioniert - was den zeitlichen Ablauf betrifft - anders als der Zeittausch. 'Zeitvorsorger' unterstützen in einer ersten Phase Betagte oder auch jüngere Menschen in Ausnahme- resp.Notsituationen (Krankheit, Unfall) durch Hilfe im Haushalt, Begleit- und Betreuungsdienste, Einkaufshilfen, Fahrdienste oder administrativen Support bei der Bewältigung ihres Alltags. Für ihren Einsatz erhalten  'Zeitvorsorger' genau wie beim Zeittausch Zeitgutschriften gemäss dem geleisteten Einsatz in Stunden. Die angesparten Stunden können sie dann später einsetzen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen selbst Hilfe im Alltag benötigen. Bei der Zeitvorsorge gibt es zuerst eine 'Leistungs- bzw. Sparphase'. Erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt die 'Bezugsphase'.  

 

 give&get verbindet die Konzepte des Zeittausches und der Zeitvorsorge.

Beide Konzepte haben jedoch auch viele Gemeinsamkeiten: Die Idee der Alltagshilfe im Netzwerk, die Währung 'Zeit', sowie das Bekenntnis, dass jede Arbeit gleichwertig ist (eine Stunde ist eine Stunde ...).

Als erstes Zeittauschnetz der Schweiz bietet give&get seinen Mitgliedern die Möglichkeit, die Tauschplattform neben dem klassischen Zeittausch auch für den Aufbau einer persönlichen Zeitvorsorge zu nutzen. Dieses erweiterte Angebot ist vor allem für Mitglieder interessant, deren Dienste stark nachgefragt werden und die aktuell selbst (noch) keinen oder nur geringen Bedarf nach Unterstützung haben. Im Zuge dieser Öffnung hat give&get die bisherige obere Zeitlimite auf den persönlichen Mitgliederzeitkonti von bisher max. +30 Stunden aufgehoben und gleichzeitig die untere Kreditlimite auf max. -10 Stunden begrenzt.

Zudem hat der Verein give&get mit dem Verein KISS Schweiz eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Der Verein KISS baut aktuell in der ganzen Schweiz lokale KISS-Genossenschaften auf, mit dem Ziel schweizweit eine geldfreie 4. Vorsorgesäule nach dem System Zeitvorsorge aufzubauen. KISS und give&get anerkennen gegenseitig die erworbenen Stunden ihrer Mitglieder, soweit diese aus der Erbringung von Leistungen (kein Warentausch) stammen. Das bedeutet, dass ein give&get Mitglied seine angesparten Stunden - bei einem Wohnsitzwechsel oder falls sich innerhalb von give&get für die Bezugsphase keine geeignete Hilfe finden sollte - zu einer lokalen KISS-Organisation transferieren und dort dank seinen angesparten Stunden geldlose Hilfe durch eine(n) Zeitvorsorger(in) in Anspruch nehmen kann. Damit bietet give&get seinen Mitgliedern eine zusätzliche Sicherheit für die nachhaltige Werterhaltung der angesparten Stunden.

Falls Sie zu diesem Thema weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unseren Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

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