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Tausch-Treff  'Offene Gärten - Garten(t)räume' vom 9. Juli 2014

(ein Bericht von Elsbeth Läuffer)


Wir trafen uns am Mittwoch, den 9. Juli 2014 um 8.30 Uhr in Hedingen zum „Tag der offenen Gärten“. Ein kühler Morgen, die Landschaft war in vornehmes Grau gehüllt. Bei warmem Kaffee/ Tee und Gipfeli stärkten wir uns vor den Gartenbesuchen.

Ueli Blatter, Naturgärtner, bei einigen bereits bekannt über „Urban Gardening“ begleitete uns durch die Gärten. Interessant und wenig gradlinig verlief Uelis Werdegang zum Naturgärtner – eine Biographie, die geprägt ist durch Experimentieren, Ausprobieren, Gestalten, Erfahrungen sammeln und Evaluieren, kurz Uelis beinahe unerschöpflicher Fundus von Wissen über Pflanzen Tiere in ihren Lebensräumen beeindruckte uns alle. Sieben Gartenbesitzerinnen, teils mit Notizblöcken und Kugelschreibern ausgerüstet, profitierten von Uelis Kenntnisreichtum und ansteckender Begeisterung. Mit untrüglichem Blick erfasste er Entwicklungsmöglichkeiten zum naturnahen Garten, immer die Entstehungsgeschichte des Gartens und den Wunsch der Besitzerinnen respektierend. In unserem Garten müssen wir eine kranke Föhre fällen. Die entstehende Lücke möchten wir mit einheimischen Heckenpflanzen füllen. Aber welche würden sich dazu eignen? Sein Ratschlag, die Grünfläche alternierend in 3 Teilen zu mähen, würde die Blumenvielfalt fördern. Wir entdeckten im Rasen die Gundelrebe, den Mauerpfeffer, den Oregano. Seinen Tipp, vermehrt Totholzplätze zu schaffen, haben wir bereits umgesetzt und hoffen, dass Igel dadurch ein Zuhause finden werden. Ferner ermunterte uns Ueli, zusätzliche Nisthilfen zu schaffen.

In Bickwil lag unser nächstes Gartenziel. Ein Garten, der in unterschiedliche Kleinstrukturen eingeteilt ist: Gemüsebeete, Beeren, Blumen, Obstbäume. Eine kleine Treppe verbindet die verschiedenen Pflanzebenen. Wachstumsvorteile des Hügelbeets, Tipps zur Herstellung eines nährstoffreichen Komposts – untrügliche Zeichen, dass die Besitzer dieses Gartens über grosse Kenntnisse und Erfahrung über den Naturgarten verfügen und diese bereits umgesetzt haben. Nach einer herrlich wärmenden Bouillon setzten wir unsere Expedition fort.

Unsere Reise brachte uns nach Jonen, in einen Garten mit einer Vielfalt von teils exotischen Pflanzen. Dort wurden wir von einem äusserst charmanten Vierbeiner stürmisch begrüsst. Er genoss es offensichtlich, von den Besucherinnen gestreichelt und beachtet zu werden. Ein Beet, überwachsen mit amerikanischen Kürbispflanzen, weckte bereits die Erinnerung an kühle Herbsttage mit Kürbissuppe, Kürbisgemüse oder vielleicht sogar Kürbis-Pie. Schon gewusst, dass Kürbisse sogar im Wohnzimmer aufbewahrt werden können, oder wie man einen Frostriss eines Baumes behandelt? Während des Pic-Nics diskutierten wir über die Bekämpfung des Pflanzenschädlings Dickmaulrüssler. Oder wie wird bei bestimmten Pflanzen.eine Wurzelsperre eingebaut und wann ist dies sinnvoll?

Gestärkt und aufgewärmt setzten wir den Weg nach Hauptikon fort. Dort erwartete uns ein verwunschener, geheimnisvoller Garten. Ob dort wohl noch irgendwelche Zwerge und Elfen hausen? Auch hier trafen wir zahlreiche Kleinstrukturen an: Wasser, Steine, Gemüsebeete, Blumen, Obstbäume und verschiedene Heckenpflanzen umgeben das malerische alte Bauernhaus. Neben Storchenschnabel, Tellerhortensie war auch für die Kleinsten gesorgt: zwei Insektenhotels bieten diesen Unterschlupf.

Die Zeit verflog im Nu – wir setzten unsere Exkursion nach Aeugst am Albis fort. Dicke Regenwolken verhüllten die sonst herrliche Aussicht auf die Berge – schade. Als Trost durften wir in eine wunderbare Farben- und Pflanzenvielfalt eintauchen . Ein Naturgarten, wo es Gemüse und Beeren zu naschen gibt - gleich einem kleinen Paradies – und dies inmitten von Mehrfamilienhäusern und Asphaltwegen. Salat kann übrigens immer wieder geerntet werden, auch wenn er bereits in die Höhe gewachsen ist, erklärte uns .die Besitzerin. Und falls die Himbeersträucher nicht wachsen mögen, setzt man einfach Kartoffeln und freut sich auf ein währschaftes Essen. Zwischen den Pflanzen entdeckten wir Tierskulpturen. Wer wohl da noch versteckt ist?

In Wettswil am Hang lag unser letzter Garten; die grosse Stützmauer wird mit Efeu begrünt. Hier lernten wir, wie eine grosse Grünfläche selektiv zurück geschnitten wird, um ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild zu gestalten. Im Teich blühten die Seerosen – eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Es gab aber noch andere Gründe, um hier zu bleiben: in der Küche duftete ein selbst gebackener Käsekuchen, welcher die GartenfreundInnen für die Heimreise stärkte. Herzlichen Dank, Ueli, für den erlebnisreichen Tag – dein Anliegen, mehr Natur in den Siedlungsraum zu bringen d.h. unter Anderem mehr Nistplätze für Vögel und Fledermäuse zu schaffen, wird unsere Gartenarbeit beeinflussen. Ein grosses Dankeschön allen GartenfreundInnen für eure Tipps und eure offenen Gärten.

Elsbeth Läuffer
 



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